Êzîdîname ist ein länderübergreifendes Projekt der Stelle für Jesidische Angelegenheiten, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird. Das Ziel ist nicht nur Vernetzung der jesidischen Gemeinden weltweit, allen voran in der Bundesrepublik Deutschland, in Georgien und in Armenien, sondern auch eine stete Berichterstattung über jesidisches Leben und das Jesidentum.Êzîdîname erklärt und klärt auf über diese alte Gemeinschaft, deren Wurzeln dem antiken Mesopotamien, dem Zweistromland und der Wiege der Zivilisation entspringen.
Seit den 1970er-Jahren leben Jesiden in Deutschland – zunächst als Gastarbeiterfamilien, später als Geflüchtete vor Verfolgung in der Türkei, im Irak und in Syrien. Besonders nach dem Völkermord von 2014 fanden viele Schutz in Deutschland. Heute lebt hier eine der größten jesidischen Diasporagemeinschaften weltweit. Die Jesiden in Deutschland engagieren sich stark in der Integrations-, Aufklärungs- und Erinnerungskulturarbeit und prägen das öffentliche Bild des Jesidentums entscheidend mit.
Die Jesiden in Georgien lebt seit über 150 Jahren in einem mehrheitlich christlich geprägten Land. Viele Jesiden flohen im 19. Jahrhundert aus dem Osmanischen Reich dorthin, um religiöser Verfolgung zu entkommen. Georgien wurde zu einem wichtigen Zentrum jesidischer Bildung: Hier entstanden die erste theologische Akademie sowie Forschungs- und Kultureinrichtungen. Ein sichtbares Zeichen dieses religiösen Aufbruchs ist der 2015 eröffnete Tempel in Tiflis – Ausdruck lebendigen Glaubens und kultureller Selbstbehauptung.
Die Jesiden bilden die größte Minderheit in Armenien. Sie leben vor allem in ländlichen Regionen und pflegen ihre Sprache, Kultur und Religion bis heute. Armenien war eines der ersten Länder, das die Jesiden offiziell als eigenständige religiöse Gruppe anerkannte. Trotz sozialer und wirtschaftlicher Herausforderungen engagiert sich die Gemeinschaft stark für Bildung, kulturelle Bewahrung und Selbstorganisation. Ein gelebter Glaube, der sich auch in öffentlichen Feierlichkeiten und religiösen Neubauten sichtbar manifestiert.