Porträts aus der jesidischen Welt

Spotlight

In unserer Spotlight-Reihe stellen wir Euch regelmäßig Menschen vor, die in ihren Bereichen einsame Spitze sind und einen wesentlichen Beitrag für das Jesidentum leisten – auch im Verborgenen! Die Portraits werden von unserem Künstler und Illustrator Sedat Özgen gezeichnet.

Dr. Majid Hassan Ali

Dr. Majid Hassan Ali, geboren im Irak, ist ein angesehener jesidischer Historiker. Als Dozent an der Internationalen Jesidisch-Theologischen Akademie in Georgien leistet er Pionierarbeit. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen jesidische Identität, Genozid-Forschung und die Erforschung jesidischer Geschichte. Durch die Analyse von Primärquellen zur jesidischen Geschichte und zahlreiche wissenschaftliche Artikel in renommierten Magazinen hat er weltweit Anerkennung gefunden.

Pir Dima

Pir Dima, in Georgien geboren, leitet als Vorsitzender des jesidischen Geistlichen Rates von Inne die spirituelle Gemeinschaft mit großem Engagement. Unter seiner Ägide entstand das erste jesidische Heiligtum (Qub) in der Diaspora, ein Symbol der Resilienz und des Glaubens. Seine umfangreichen Publikationen, darunter Bücher und Aufsätze, beleuchten jesidische Geschichte, Theologie, Tradition und Kultur, wodurch er maßgeblich zur Bewahrung und Weiterentwicklung dieses Erbes beiträgt. Seine Pionierarbeit erstreckt sich über mehrere Bereiche. Als Direktor des Departments of Yezidi Studies am Giorgi Tsereteli Institut für Orientalische Studien sowie an der Ilia State University leitet er wesentliche Forschungsarbeiten zum Jesidentum. Unabhängig davon hat er das jesidische Alphabet wieder zum Leben erweckt – ein bedeutendes Projekt zur Sicherung der sprachlichen Identität der Jesiden. An der International Yezidi-Theological Academy in Georgien hat er ein Zentrum des Wissens und der Ausbildung geschaffen, das weltweit Anerkennung findet. Das von ihm initiierte International Journal of Yezidi Studies fördert die akademische Forschung und unterstützt eine neue Generation von Gelehrten. Darüber hinaus gründete er das erste jesidische Museum, das die Geschichte, Kunstwerke und spirituellen Artefakte der Jesiden präsentiert und so ihr kulturelles Erbe für die Nachwelt bewahrt. Pir Dima bleibt ein unermüdlicher Verfechter der jesidischen Identität und ein Vorbild für kulturelle Erneuerung.

Dr. Artur Rodziewicz

Dr. Artur Rodziewicz ist ein renommierter Forscher, der an der Universität Warschau im Institut für Ethnologie und Kulturanthropologie tätig ist. Als Dozent an der Internationalen Jesidisch-Theologischen Akademie in Georgien hat er sich einen Namen gemacht. Er zählt zu den führenden Experten der Jesidologie und widmet sich der Erforschung griechischer Philosophie, Metaphysik und deren Einfluss auf die jesidische Philosophie und Mystik. Aktuell untersucht er die Jesiden in der georgischen Diaspora. Mit zahlreichen Büchern und Aufsätzen über jesidische Philosophie und Kultur hat er das Fachgebiet nachhaltig geprägt.

Nadia Murad

Nadia Murad, die erste jesidische Friedensnobelpreisträgerin und Genozid-Überlebende, ist eine engagierte Menschenrechtsaktivistin. Als Autorin und Gründerin von „Nadia’s Initiative“ setzt sie sich für den Wiederaufbau von Shingal ein. Mit Amal Clooney und der UN-Sondergesandten fördert sie Maßnahmen gegen Genozid und Menschenhandel, wodurch sie weltweit Inspiration schafft.

Düzen Tekkal

Düzen Tekkal, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und Gründerin von Hawar.Help, ist Journalistin, Kriegsberichterstatterin und Dokumentarfilmerin. Sie dokumentiert die Leiden der Jesiden und anderer Kriegsopfer, insbesondere im Irak und Syrien. Mit ihrer Organisation bietet sie medizinische und psychologische Hilfe und beeinflusst die globale Hilfspolitik durch ihre Arbeit.